Gesundheit

Gesundheit des Hundes

Viele Faktoren beeinflussen die Gesundheit unseres Hundes, angefangen über Rassedispositionen bis hin zu Haltungs- oder Fütterungsfehler. Als Hundehalter bin ich verpflichtet, alles zu tun, um dem Hund ein artgerechtes, seinen Bedürfnissen entsprechendes Leben zu ermöglichen und damit zu seiner Gesundheit beizutragen. Dazu gehören auch die erforderlichen Tierarztbesuche und Impfungen.

Typische Krankheitsveranlagungen

Typische Krankheitsveranlagungen unter den Rassegruppen sind z. B. die bei Zwerghundrassen vorkommenden Geburtsprobleme durch den runden Oberkopf der Welpen oder relativ kleinen Hündinnen sowie auch offene Fontanellen in der Schädelkapsel. Bei kurzköpfigen Hunderassen kann es zu Atemproblemen und Hitzeempfindlichkeiten aufgrund der engen Atemwege kommen. Große Hunderassen neigen eher zur Magendrehung als kleine Rassen, übergroße Hunderassen sind kurzlebig und haben häufig eine Herzschwäche.
Bei der weitverbreiteten Meinung, Mischlinge seien gesünder als Rassehunde, handelt es sich um einen Irrtum, die negativen Erbanlagen können sich genauso in solch einem Hund wieder finden.

Nachfolgend gibt es einige Hinweise zur Fütterung, Haltung und zur Impfung einschl. Impfschema.

Weiter werden folgende Erkrankungen beschrieben: Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose.

Bitte beachten Sie: Alle noch so gut gemeinten Ratschläge können keinen Tierarzt ersetzen. Im Zweifelsfall also bitte immer den Tierarzt aufsuchen.
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Fütterung

Für die Gesundheit spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Die Art der Fütterung und damit die Gesundheit des Hundes kann so unmittelbar von uns beeinflusst werden.

Artgerechte Fütterung:
Es muss immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen.
Die tägliche Futterration und deren Zusammensetzung müssen den Bedürfnissen des Hundes gerecht werden. Sie ist abhängig von der Größe und natürlich auch von der körperlichen Beanspruchung.
Mögliche Gesundheitsstörungen müssen berücksichtigt werden.

Häufige Fehler bei der Fütterung:
Gabe von Tischabfällen und Essensreste vom Menschen sind für die Hundeernährung nicht geeignet.
Fleischfreie Fütterung führt zu Mangelerkrankungen.
Reine Fleischfütterung führt zu Skelettschäden.
Knochen können Magen- und Darmentzündungen, Verschluss von Speiseröhre oder Darm sowie Absplitterungen und Entzündungen der Zähne verursachen.
Überernährung führt vor allem zu Herz-Kreislauferkrankungen sowie einer Überlastung der Gelenke.
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Anmerkungen zur Hundehaltung

Wer sich einen Hund hält, sollte sich vorher Gedanken machen, wie viel Zeit, Platz und welche Form der Beschäftigung er dem Hund bieten kann. Führe ich einen Windhund nur an der kurzen Leine, werde ich seinem Bedarf an Bewegung ebenso nicht gerecht wie einem Dackel, der den ganzen Tag am Fahrrad laufen soll.
Der reine Zwinger- oder Kettenhund verkümmert, auch wenn ich einmal die Woche mit ihm auf den Hundeplatz gehe.
Jeder Hund braucht als Rudeltier den Kontakt zu seinen Menschen und als Arbeiter will er beschäftigt sein. Diese Beschäftigung muss die individuellen Ansprüche des Hundes berücksichtigen. Wer das nicht bieten kann oder will, der lässt es lieber ganz und zeigt seine Liebe zum Hund darin, dass er sich keinen hält.
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Impfungen

Damit schützen wir den Hund gegen übertragbare, tödlich verlaufende Infektionskrankheiten.

Ihr Hund sollte auf jeden Fall gegen Tollwut, Staupe, ansteckende Hepatitis (Leberentzündung), Parvovirose und Leptospirose geimpft werden. Weitere Impfungen sind z. B. gegen Zwingerhusten oder Borreliose möglich. Die Impfung gegen Zwingerhusten bietet sich besonders dann an, wenn der Hund viel Kontakt zu Artgenossen hat.
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Impfschema

Das nachfolgend angeführte Impfschema stellt eine Richtlinie dar, Sie sollten auf jeden Fall von Ihrem Tierarzt einen individuellen Impfplan erstellen lassen. Generell sollten nur gesunde und gut entwurmte Tiere geimpft werden.

Impfschema

Erstimpfung (8. – 9. Woche)
Staupe, ansteckende Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose

Folgeimpfung (12. – 13. Woche)
Staupe, ansteckende Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose
Tollwut (Erstimpfung)

Folgeimpfung (15. Monat)
Staupe, ansteckende Hepatitis, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut

Jährliche Wiederholungsimpfungen:
Leptospirose

3-Jahres-Wiederholungsimpfungen:
Staupe, ansteckende Hepatitis, Parvovirose, Tollwut

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Tollwut

Die Tollwut wird durch Viren ausgelöst und ist die bekannteste und gefährlichste Zoonose (Zoonose = zwischen Tier und Mensch übertragbare Krankheit). Sie wird durch den Biss eines kranken Tieres mit dem Speichel übertragen und führt in der Regel zum Tod.
Die Inkubationszeit beträgt 10 - 276 Tage, kann aber auch bis zu 2 Jahre betragen. Der Verdacht einer Tollwuterkrankung ist anzeigepflichtig.
Der Verlauf beginnt in der ersten Phase mit einer Wesensveränderung (Scheu, Nervosität, Gereiztheit), Schluckbeschwerden, Speichelfluss und Angst vor Wasser. Nach dieser Phase beobachten wir starke Unruhe, Steigerung der Unruhe, blinde Aggressivität und Beißsucht.
Bei der so genannten „Stillen Wut“ gehen die Änderungen der ersten Phase sofort in ein Lähmungsstadium über und der Tod erfolgt innerhalb weniger Tage.
Eine Behandlung der Tollwut ist nicht möglich, die einzige Prophylaxe ist der ausreichende Impfschutz.
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Staupe

Bei der Staupe handelt es sich ebenfalls um eine Viruserkrankung. Erkrankte Tiere geben das Virus über alle Körperausscheidungen ab. Die Aufnahme erfolgt über Mund und Nase wobei die Inkubationszeit zwischen 3 - 7 Tage liegt. Die erste Fieberphase bleibt häufig unbemerkt, nach einer kurzen Symptomfreien Zeit kommt ein zweiter Fieberschub (bis 41°C) mit Apathie, eitrigen Augen- und Nasenausfluss, Husten, Durchfälle und Erbrechen. Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt, besteht für den Hund die Möglichkeit der Heilung.
Der Übergang in die nervöse Staupe bedeutet immer eine ungünstige Prognose. Selbst wenn die Hunde dieses Stadium überleben, können immer lebenslange Schäden bleiben. Die Symptome sind u. a. neben Gleichgewichtsstörungen Verhaltensänderungen wie Unruhe und Schreckhaftigkeit sowie Muskelzucken, Krämpfe und Schreianfälle.
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Hepatitis

Die Infektion mit der ansteckenden Hepatitis (Leberentzündung) erfolgt bei einer Inkubationszeit von 4 – 9 Tagen über den Mund. Ausgeschieden wird das Virus über Kot, Urin und Speichel. Symptome sind hohes Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Brechdurchfall mit Blut, Druckschmerz im vorderen Bauchraum sowie eine Eintrübung der Hornhaut der Augen.
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Parvovirose

Die volkstümlich auch als Katzenseuche bezeichnete Parvovirose endet meist tödlich. Das Virus wird mit dem Kot ausgeschieden, die Infektion erfolgt über den Mund. Die ersten Krankheitssymptome treten nach der ca. einwöchigen Inkubationszeit (Inkubationszeit: 4 bis 10 Tage) auf und sind u. a. Herzmuskelentzündungen (besonders bei Welpen) Herzschwäche, Atemnot, Husten, unstillbares Erbrechen, blutiger Durchfall, Apathie, Untertemperatur oder Fieber sowie bei älteren Hunden Magen-Darm-Entzündungen.

Tiere, die die ersten 4 bis 5 Krankheitstage überlegen, genesen gewöhnlich schnell. Bei Welpen zwischen 3 und 12 Wochen treten häufig plötzliche Todesfälle (meist durch akute Myokarditis (Herzmuskelentzündung)) auf.
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Leptospirose

Bei der Leptospirose handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die wie die Tollwut ebenfalls als Zoonose Bedeutung hat. Die Infektion erfolgt über verseuchtes Wasser, den Urin infizierter Hunde sowie den Ausscheidungen von Nagetieren. Nach einer Inkubationszeit von 5 – 20 Tagen treten sehr unterschiedliche Symptome wie Apathie, Erbrechen, Durchfall, Austrocknung, Dunkler Urin, Geschwüre in der Mundschleimhaut, sowie Störungen des Zentralnervensystems auf.
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